DAS NEUE STEHT UND SCHWEIGT
Ein Tanzstück zwischen Verlust und sich Neufinden
von und mit Till Münkler und Miranda Markgraf.


Wäre es uns möglich, weiter zu sehen, als unser Wissen reicht, [...] vielleicht würden wir dann unsere Traurigkeiten mit größerem Vertrauen ertragen als unsere Freuden. Denn sie sind die Augenblicke, da etwas Neues in uns eingetreten ist, etwas Unbekanntes; unsere Gefühle verstummen in scheuer Befangenheit, alles in uns tritt zurück, es entsteht eine Stille, und das Neue, das niemand kennt, steht mitten darin und schweigt.

Rainer Maria Rilke



Ein nie ganz geordnetes Ich, das sich auffindet, verliert, trauert, zu einem Anbild wird das innehält und strahlt. Ein Anbild, das sich verliert und sich im Ordnen von Alltagsgegenständen wieder auffindet. Auffinden. Den Verlust auffinden, der nie ganz vergangen sein wird und damit ein Prozess ist, der lebt. Der sich choreographisch ordnet, der tönt wie Till Münkler die Seiten seines Cello klingen lässt.

Es ist ein Tanz dem nicht zu bewältigenden Irrsinn einer Trauer zugewendet. Ein Tanz, der singt, der ein Ritual entwickelt, das zunächst leise ausbricht und das zuvor Geordnete zerstört, um weiter zu leben, weiter tanzen zu können, um weiter in Bewegung sich der tiefsten Nacht einer Verzweiflung anzuvertrauen und damit erneut sprechend eine Hand zu heben, den Raum zu reinigen.

Das Stück blickt in etwas, das sich entzieht. Das in seiner Nacht nach Licht sucht und in diesem Suchen Trost bieten könnte. Angebot es anzublicken und zu begleiten, sich zu begeistern, diesem stand zuhalten, an diesem zu taumeln.

Team:
Miranda Markgraf - Konzept, Choreografie, Tanz
Till Münkler - Musikalisches Konzept, Cello
Rosabel Huguet & Stephanie Scheubeck - Choreografie, künstlerische Beratung
Nele Ahrens - Bühne, Kostüm
Sebastian Zamponie - Lichtgestaltung, Technik
Öffentlichkeitsarbeit - Nadine Becker
Programmtext - Hans Wagenmann

Die Berliner Aufführungen in den Uferstudios werden von Künstlergesprächen begleitet. Die Tanzjournalistin Astrid Kaminski lädt das Publikum im Anschluss an die Vorstellungen zu Gesprächen mit den Künstlern und miteinander ein.

Die Kölner Aufführungen in der Tanzfaktur werden durch den Vortrag „Trennen und Verbinden – der Atem der Seele“ von Prof. Dr. Dr. Jost Schieren eingeleitet. Nach einer kurzen Pause im Anschluss an die Vorstellungen ist das Publikum eingeladen sich mit Herrn Schieren und den Künstlern zu einem offenen Gespräch zusammenzufinden.

The mouner von Helena Parada Kim

The mouner von Helena Parada Kim